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Holcim sieht auch ohne US-Geschäft profitables Wachstum

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Fri, 03/28/2025 - 00:00

Thema des Tages

Der Zementkonzern Holcim informiert an einem Kapitalmarkttag über seine Zukunft nach der geplanten Abspaltung des US-Geschäfts, das "Amrize" heisst. Mit der "NextGen Growth 2030"-Strategie wolle Holcim Mehrwert für seine Aktionäre schaffen. Geplant seien etwa gezielte Investitionen in den attraktivsten Märkten, teilte Holcim im Freitag im Vorfeld der Veranstaltung mit. Und der Umsatzanteil im wertschöpfungsstarken Bereich "Building Solutions", also mit Bausystemen, Beton und Belägen, soll bis zum Jahr 2030 auf die Hälfte des Konzernumsatzes erhöht werden. Bis zum genannten Jahr will Holcim den in Lokalwährungen gerechneten Umsatz so jährlich um durchschnittlich 3 bis 5 Prozent steigern. Der Betriebsgewinn, der sogenannte "recurring EBIT", soll gemäss den Plänen das Managements mit plus 6 bis 10 Prozent im Durchschnitt noch stärker wachsen. Aus dieser Rechnung ausgeklammert sind grosse Übernahmen, also Deals mit einem Jahresumsatz von mehr als 200 Millionen Franken. "Wertsteigernde" Transaktionen sind laut den Angaben von Holcim denn auch geplant. Gleichzeitig sehe der Konzern Investitionen in das organische Wachstum vor sowie eine "attraktive und progressive" Dividendenpolitik. Das Geld dafür ist laut Holcim vorhanden: Insgesamt stünden bis 2030 rund 18 bis 22 Milliarden Franken für die Kapitalallokation zur Verfügung. Und überschüssiges Kapital werde für grosse strategische Akquisitionen und opportunistische Aktienrückkäufe verwendet.

Schweizer Aktien

Der schweizerische Aktienmarkt hat am Donnerstag im Minus geschlossen. Vermiest wurde die Stimmung durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Am 2. April soll der ganz grosse Rundumschlag in Sachen Zölle in den USA folgen. Gedrückt wurde die eidgenössische Börse auch von optisch hohen Verlusten bei Roche (-2,8%) - bedingt durch den Dividendenabschlag. Der SMI gab 0,7 Prozent auf 12.867 Punkte ab. Unter den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursverlierer und acht -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 25,54 (zuvor: 19,24) Millionen Aktien. Mit einem Verlust von 4,1 Prozent zeigten sich UBS extrem schwach. Bank of America hatte die Aktien der Grossbank auf "Underperform" abgestuft und auch das Kursziel deutlich reduziert. Zudem äusserte sich Goldman Sachs negativ. Bei Nestlé (+0,7%) liessen Berichte über Verhandlungen zur Zukunft des Wassergeschäfts Kursfantasie aufkommen. Alcon übernimmt die Mehrheit an Aurion Biotech, einem Unternehmen für Zelltherapien bei Augenkrankheiten. Der Alcon-Kurs zog um 5,2 Prozent an. Adecco (+0,5%) gab die Gründung einer neuen Gesellschaft in Kooperation mit Salesforce bekannt, nannte aber keine finanziellen Details. Neben Roche wurden auch Sika (-2,9%), Schindler (-4,3%) und Implenia (-3,7%) ex Dividende gehandelt.

Internationale Märkte

Europa
Leichter sind die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der autolastige DAX verlor 0,7 Prozent auf 22.679 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,6 Prozent auf 5.381 Punkte. Kräftig abwärts ging es in Europa bei fast allen Autowerten. Der Sektor reduzierte sich um 1,1 Prozent. Anleger differenzierten weltweit aber genau nach der US-Abhängigkeit: So fielen selbst General Motors in den USA um rund 7 Prozent, da sie auch in Mexiko produzieren. Umgekehrt legten Tesla an der Wall Street in der Spitze um mehr als 6 Prozent zu, da sie überwiegend in den USA herstellen. Stellantis in Paris reduzierten sich um 4,3 Prozent wegen ihrer zahlreichen US-Töchter. Die exportstarken deutschen Autobauer litten durch die Bank: Vor allem Porsche AG standen zunächst unter deutlichem Druck und erholten sich erst spät auf 2,6 Prozent Minus. Für BMW, Mercedes-Benz und Zulieferer wie Continental ging es zwischen 2,4 und 2,7 Prozent abwärts. VW fielen um 1,5 Prozent. Gegen den Trend nach oben ging es mit 1,8 Prozent bei Ferrari. Der italienische Luxuswagenbauer bestätigte, trotz der Trump-Zölle seine Jahresprognose zu halten. Die Analysten von Wedbush haben errechnet, dass der Durchschnittspreis für den US-Kunden durch die Zölle um 5.000 bis 10.000 Dollar steigen wird. Für die Autohersteller würde das einen "orkanartigen Gegenwind" bedeuten.

USA
Die Wall Street hat am Donnerstag an die Talfahrt des späten Vortagesgeschäfts angeknüpft. Der Dow-Jones-Index verlor 0,4 Prozent auf 42.300 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 0,3 bzw. 0,5 Prozent nach. Die Ankündigung neuer Zölle auf Automobilimporte in die USA hatte bereits zur Wochenmitte belastet, daher drückte die Vollzugsmeldung nun nicht mehr deutlich. US-Präsident Donald Trump hatte zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf Importe von Autos und Autoteilen verhängt und erklärt, diese seien "nicht mehr verhandelbar". Für die Aktien der US-Autohersteller ging es daher teils kräftig abwärts. So knickten General Motors um weitere 7,4 Prozent ein und die Papiere des Jeep-Herstellers Stellantis fielen um weitere 1,2 Prozent. Ford reduzierten sich um 3,8 Prozent. Tesla rückten dagegen um 0,4 Prozent vor. Der Elektroautohersteller produziert alle Fahrzeuge für den US-Markt in den USA. Neben den Automobiltitel standen unter den Einzelaktien Technologiewerte im Blick. Die USA hatten etwa 80 Unternehmen, darunter mehr als 50 in China, ihrer Exportkontrollliste hinzugefügt. Ohne Regierungsgenehmigung dürfen diese Unternehmen keine US-Technologie kaufen. Für Nvidia-Aktien ging es nach dem deutlichen Vortagesminus um weitere 2,1 Prozent nach unten. Gamestop brachen mit Plänen einer umfangreichen Wandelanleihe um 22,1 Prozent ein. Nach schwachen Geschäftszahlen stürzten Jefferies Financial Group um 9,9 Prozent ab. Auch TD Synnex (-14,3%) enttäuschte mit dem Zahlenausweis. Concentrix überraschte dagegen positiv mit Geschäftszahlen und Ausblick, der Kurs schoss um 42,4 Prozent nach oben.

Asien
Die US-Strafzölle sind auch am Freitag zentrales Thema an den Aktienmärkten in Ostasien. Vor allem in Tokio und Seoul geht es deutlich abwärts, erneut angeführt von den Aktien der dortigen Autohersteller. Der Nikkei-225-Index fällt um 2,4 Prozent auf 36.902 Punkte. Toyota verlieren 4,7, Honda 4,8 und Nissan 3,2 Prozent. In Seoul verbilligen sich Hyundai Motor und Kia um je etwa 3 Prozent. Der Leitindex Kospi gibt um 2,2 Prozent nach. Neben Autowerten werden auch Aktien des Chipsegments verkauft. Anleger fürchten, dass auch diese Branche von Strafzöllen und Handelsbeschränkungen betroffen sein wird. Indexschwergewicht Samsung Electronics fällt um 1,7 Prozent. SK Hynix büssen 3,6 Prozent ein. Der Composite-Index in Schanghai liegt 0,7 Prozent im Minus. Der Hang-Seng-Index in Hongkong fällt um 1,1 Prozent.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 4,37 %, während die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkt auf 3,99% nachgab. Gute Konjunkturdaten und der inflationstreibende Protektionismus der Trump-Regierung lieferten mittelfristig keine Argumente für Leitzinssenkungen.

Analyse
Goldman Sachs senkt UBS-Ziel auf 36 (44,50) CHF/Buy - Händler
Kursziel Kühne+Nagel: Bernstein SG senkt auf 230 (240) CHF - Market Perform
Kursziel Clariant: JP Morgan senkt auf 10 (14) CHF - Neutral

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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