Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 03/19/2025 - 00:00
Die Google-Muttergesellschaft Alphabet hat den Erwerb des US-Cybersecurity-Startups Wiz für 32 Milliarden US-Dollar besiegelt. Damit soll das Cloud-Geschäft gestärkt werden, das sich derzeit schwächer entwickelt als bei den Wettbewerbern. Wiz, ein Anbieter von Cybersicherheitssoftware für Cloud Computing, hat seinen Sitz in New York und weitere Niederlassungen in den USA und Israel. Das Startup arbeitet laut seiner Website mit einer Reihe der grössten Cloud-Unternehmen zusammen, darunter Amazon und Microsoft sowie Google. Alphabet stand vergangenen Sommer kurz vor einer rund 23 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Wiz, hatte das Wall Street Journal berichtet. Die Gespräche scheiterten jedoch an den Bedenken von Wiz und einigen seiner Investoren, dass es lange dauern würde, bis die Transaktion regulatorische Hürden überwunden hätte. Das Wall Street Journal hatte Montagabend berichtet, dass die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen weit fortgeschritten seien und bald eine Einigung erzielt werden könnte.
Kaum verändert hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Dienstag beendet. Marktteilnehmer berichteten von Zurückhaltung der Anleger vor den Zinsentscheiden der US-Notenbank am Mittwoch und der Schweizerischen Nationalbank am Donnerstag. Der SMI schloss kaum verändert bei 13.062 Punkten. Bei den am Montag noch kräftig gesuchten Pharma-Schwergewichten Novartis (-0,2%) und Roche (-0,6%) kam es gestern zu Gewinnmitnahmen. Nestlé verbuchten hingegen ein Plus von 0,3 Prozent. Auf der Gewinnerseite fanden sich auch Kühne + Nagel mit einem Plus von 0,9 Prozent. Die Aktien des Logistikkonzerns dürften - wie die anderer Reedereien - von der jüngsten Entwicklung im Nahen Osten profitiert haben. Schon am Wochenende hatte die US-Luftwaffe die Huthi-Rebellen im Yemen angegriffen, nachdem diese gedroht hatten, ihre Angriffe auf israelische Schiffe im Roten Meer wieder aufzunehmen, nachdem Israel ein Ultimatum zur Wiederaufnahme von Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen hatte verstreichen lassen. Israel wiederum attackierte am Dienstag Ziele der Hamas im Gaza-Streifen. Am späten Nachmittag bewegte ein Bloomberg-Bericht am breiten Markt Baloise und Helvetia (je +0,4 Prozent). Vor allem schossen Baloise kurzzeitig in die Höhe, nachdem es hiess, die beiden Unternehmen würden Fusionsgespräche führen. Der Versicherer gilt seit längerem als Übernahmekandidat, insbesondere seitdem sich der Druck auf die Gruppe durch den Einstieg des schwedischen Investors Cevian erhöht hat. Bis zum Handelsschluss gaben sowohl Baloise als auch Helvetia die zusätzlichen Gewinne aber wieder preis.
Europa
Der Aufschwung an den europäischen Aktienmärkten hat sich auch am Dienstag fortgesetzt. Der DAX gewann 1 Prozent auf 23.381 Punkte. Am späten Vormittag hatte er mit 23.476 Punkten einen neuen Rekordstand markiert. Gestützt wurde die Stimmung weiterhin von den Kreditpaketen zur Finanzierung der Infrastruktur und der Aufrüstung. Die Zustimmung des Bundestags konnte dem DAX dann allerdings keinen zusätzlichen Impuls mehr geben: Sie galt als eingepreist und löste in einigen der jüngsten Favoriten sogar Gewinnmitnahmen aus. Auch die Renditen am Anleihenmarkt kamen trotz der höheren Verschuldung sogar etwas zurück. Der MDAX profitierte noch stärker als der DAX, und der SDAX legte sogar 3 Prozent zu. Der Euro-Stoxx-50 konnte da mit einem Plus von 0,7 Prozent nicht mithalten: "Auch wenn ganz Europa von einem Konjukturschub in Deutschland profitiert: Das meiste wird den kleineren von der Inlandskonjunktur abhängigen Unternehmen zugutekommen", so ein Marktteilnehmer. Bei den Einzelwerten der zweiten und dritten Reihe legten Aktien aus dem Rüstungssektor wie Hensoldt (plus 5,7%) oder Infrastrukturgewinner wie Bilfinger (+2,83%) wieder überdurchschnittlich zu. Aber auch hier gab es bereits Gewinnmitnahmen: So fielen Alzchem nach dem jüngsten Hausse-Schub nun um 6,3 Prozent zurück. Im MDAX zogen Thyssenkrupp um weitere 12,7 Prozent an.
USA
Deutliche Verluste bei Technologieaktien haben die US-Börsen am Dienstag ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,6 Prozent auf 41.581 Punkte. S&P-500 und Nasdaq-Composite verloren 1,1 bzw 1,7 Prozent. An der Nyse standen 1.030 (Montag: 2.240) Kursgewinnern 1.750 (516) -verlierer gegenüber, während 51 (71) Titel unverändert schlossen. Die Stimmung an den US-Börsen sei schlechter als es die Aufschläge der vorigen Handelstage vermuten liessen, hiess es im Handel. Die jüngste Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern hat ergeben, dass Anleger rekordhohe Summen aus dem US-Markt abziehen. Untermauert wurde die Verunsicherung vom Volatilitätsindex VIX. Das "Angstbarometer" für den S&P-500 in den nächsten 30 Tagen lag zuletzt bei 22,13 verglichen mit seinem 10-Jahresdurchschnitt von 18,30. Damit preist der Markt auf kurze Sicht weiter eine starke Schwankungsanfälligkeit ein. Nvidia fielen um 3,3 Prozent. Der Auftritt von CEO Jensen Huang auf der GTC-KI-Konferenz des Unternehmens überzeugte die Anleger nicht. Ralph Lauren sanken um 0,2 Prozent und hielten sich damit besser als der Markt, nachdem Goldman Sachs die Titel des Premiumherstellers von Mode-Accessoires auf "Kaufen" hochgestuft hatte. Steel Dynamics stiegen um 1,7 Prozent trotz eines schwachen Ausblicks des Stahlkonzerns. Immerhin soll der Gewinn auf Quartalssicht klettern.
Asien
Insgesamt wenig tut sich am Mittwoch im Handelsverlauf an den Börsen in Ostasien. Sie trotzen damit der negativen Vorgabe der Wall Street, wo insbesondere Aktien aus dem Technologiesegment verkauft wurden. Bereits getagt und entschieden hat die japanische Notenbank. Sie liess wie weitgehend erwartet die Zinsen unverändert, auch wenn sie sich aktuell in einem Zinserhöhungszyklus befindet, anders als die US-Notenbank. Der Yen, der an den Vortagen nachgegeben hatte, verharrt auf dem gedrückten Niveau. Der Dollar kostet 149,63 Yen.
Obligationen
Der US-Anleihemarkt verzeichnete vor dem Hintergrund der fallenden Aktienmärkte etwas Zulauf, was die Renditen drückte.
Analyse
UBS erhöht U-Blox auf 92 (81) CHF – Neutral
Dt. Bank senkt Sodexo auf 93 (94) EUR – Buy
Dt. Bank erhöht Yara auf 357 (340) NOK – Hold
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